
Wenn die Tage kürzer werden und die Natur in Stille ruht, lädt auch unser Körper uns ein, langsamer zu werden, nach innen zu schauen und Kraft zu sammeln.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) steht der Winter für das Wasserelement – und dieses ist eng mit Niere und Blase verbunden. Es ist die Zeit, in der wir unsere Essenz (Jing) bewahren, unsere Batterien aufladen und unser Qi (Lebensenergie) nähren.
Doch genau jetzt geraten viele Menschen aus dem Gleichgewicht: Müdigkeit, kalte Füße, Schlafprobleme oder Stimmungstiefs sind typische Zeichen, dass Yin oder Yang aus der Balance geraten sind. In diesem Beitrag erfährst du, wie du mit bewusster Ernährung, achtsamer Lebensführung und Atemarbeit deine Energie im Winter stabil hältst.
TCM im Winter
Ernährung, Yin-Yang-Balance & innere Wärme stärken
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Die Energie des Winters – Rückzug, Sammlung & Stille
Der Winter ist die Yin-Zeit des Jahres. Sie steht für Tiefe, Ruhe, Innenschau und Speicherung.
Die Nieren gelten in der TCM als „Wurzel des Lebens“ – sie speichern Jing, unsere Lebensessenz, und versorgen alle Organe mit Energie. Wenn wir in dieser Phase zu viel leisten, zu kalt essen oder zu wenig schlafen, erschöpfen wir diese Wurzel.
Symbolisch bedeutet der Winter:
„Bewahre dein inneres Feuer, statt es zu verbrennen.“
Das gilt auch auf körperlicher Ebene: Wärme bewahren, Stress reduzieren, den Stoffwechsel beruhigen. So entstehen Regeneration und Stärke für das kommende Frühjahr.
Yin- und Yang-Mangel erkennen
Die TCM unterscheidet im Winter häufig zwischen Yin-Mangel und Yang-Mangel – zwei energetische Ungleichgewichte, die unterschiedliche Symptome zeigen.
Yin-Mangel
Ein Yin-Mangel zeigt sich, wenn dem Körper Substanz, Kühlung und innere Feuchtigkeit fehlen.
Typische Symptome:
- Schlafprobleme, besonders Einschlafstörungen
- Nachtschweiß, innere Hitze, trockene Haut
- Nervosität, Gereiztheit
- Heißhunger auf Süßes oder Kühlendes
Ernährungsempfehlung:
- Gekochte Äpfel & Birnen
- Schwarzer Sesam, Mandeln, Pinienkerne
- Tofu & Hülsenfrüchte in kleinen Mengen
- Mild gegartes Gemüse: Karotten, Pastinaken, Rote Bete
- Lindenblüten- oder Chrysanthemen-Tee
Zubereitungsweise: sanft dünsten, schmoren, warm essen.
Yang-Mangel
Yang-Mangel entsteht, wenn die innere Wärme und Aktivität fehlen.
Typische Symptome:
- Frieren, kalte Hände & Füße
- Müdigkeit am Morgen, Erschöpfung
- Weicher Stuhl, Blähungen
- Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme
- Libidoverlust
Ernährungsempfehlung:
- Wärmende Speisen: Lamm, Rind, Huhn (oder Hülsenfrüchte für Vegetarier)
- Kürbis, Süßkartoffeln, Kastanien, Walnüsse, schwarze Bohnen
- Gewürze: Ingwer, Zimt, Nelken, Fenchel
- Lange Kochzeiten: Suppen, Brühen, Ofengerichte
Zubereitungsweise: langes Schmoren & Suppen – statt Rohkost & Milchprodukten.
Zubereitung ist Medizin
In der TCM zählt nicht nur das Lebensmittel, sondern die Art der Zubereitung.
Gerichte, die lange und sanft gekocht werden, sind energetisch leicht verdaulich und stärken die Verdauungskraft (Milz-Qi).
Im Winter sind daher Suppen, Eintöpfe und Kraftbrühen ideal. Rohkost, Joghurt und kalte Smoothies belasten die Verdauung, da sie „Kälte“ in den Körper bringen.
Ein einfacher TCM-Grundsatz lautet:
„Iss nichts, was kälter ist als dein Körper.“
Atem & Achtsamkeit – Nahrung für das Qi
Nicht nur Ernährung, auch Atemarbeit und Achtsamkeit nähren das Qi.
Tägliche Atempausen – z. B. mit der 4-7-8-Atmung oder tiefer Bauchatmung – aktivieren den Parasympathikus (Ruhenerv) und stärken die Nierenenergie.
Eine einfache Übung: Atme tief ein und stell dir vor, du atmest Wärme in deine Nieren.
Atme aus und lass Kälte & Anspannung los.
Wiederhole 5–10 Atemzüge.
Diese kleine Praxis reguliert dein Nervensystem und fördert die innere Ruhe – die Grundlage, um Yin und Yang in Balance zu halten.
Ritual-Ideen für die kalte Jahreszeit
- Jeden Morgen eine warme Mahlzeit oder Suppe zum Frühstück
- Abendliches Kerzenritual mit Tee & Journaling
- Früh schlafen gehen (vor 23 Uhr, um Nieren-Qi zu regenerieren)
- Spaziergänge an der frischen Luft – warm eingepackt
- Meditation mit Fokus auf Wärme und Vertrauen
Diese Rituale verbinden Körper und Geist – sie helfen, dich selbst wieder zu spüren und deinen Energiehaushalt aufzuladen.
Die energetische Botschaft des Winters
Ein Yin- oder Yang-Mangel ist mehr als eine körperliche Dysbalance – er zeigt dir, wo du dich von deiner natürlichen Rhythmik entfernt hast.
Die Einladung lautet:
„Geh nach innen. Vertraue der Langsamkeit. Nähre dich von innen heraus.“
Wenn du lernst, dich im Winter bewusst zu nähren – mit warmen Speisen, Achtsamkeit und Ruhe, bereitest du dich optimal auf den Frühling vor.
Denn die Energie, die du jetzt sammelst, ist das Fundament deiner Lebenskraft für das kommende Jahr.
Der Winter ist deine Heilzeit
Die TCM-Ernährung im Winter ist eine Einladung, langsamer zu werden und dich selbst zu spüren.
Wärme, Ruhe, Achtsamkeit und nahrhafte Speisen schaffen die Grundlage für ein starkes Qi und eine stabile Gesundheit.
Nimm dir Zeit, höre auf deinen Körper und koche mit Liebe – dann wird jede Mahlzeit zu Medizin.
Iss warm. Atme tief. Schlaf genug. Und nähre dich mit dem, was wirklich guttut.
Ich danke dir für Lesen und Zuhören.
Smile & breathe
Deine Natalie
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