
Lesedauer: ca. 5 Minuten
Was bedeutet Urvertrauen eigentlich?
Es gibt Momente im Leben, in denen wir das Gefühl haben, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Sorgen kreisen in unserem Kopf, unser Körper steht unter Anspannung und selbst kleine Herausforderungen fühlen sich plötzlich riesig an.
In solchen Zeiten sehnen wir uns nach etwas, das uns trägt. Nach einem Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen.
Genau dieses Gefühl beschreibt das Urvertrauen.
Urvertrauen ist die tiefe innere Gewissheit, dass wir gehalten sind, ganz gleich, was im Außen gerade passiert. Es bedeutet nicht, dass das Leben immer leicht ist. Vielmehr schenkt es uns die Fähigkeit, auch durch schwierige Zeiten zu gehen, ohne den Kontakt zu uns selbst zu verlieren.
Die Meditation „Rooted Within – Meditation für Urvertrauen, Erdung und innere Stärke" möchte dich genau an diesen Ort zurückführen.
Rooted Within – Meditation für Urvertrauen, Erdung und innere Stärke
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Warum wir den Kontakt zu unserem Urvertrauen verlieren
Unser modernes Leben ist oft geprägt von Tempo, Leistungsdruck und ständiger Erreichbarkeit.
Viele meiner Klientinnen erzählen mir dasselbe: Sie funktionieren seit Jahren, manche seit Jahrzehnten, ohne einmal wirklich innezuhalten. Sie kümmern sich um Familie, Beruf und Verpflichtungen, während ihre eigenen Bedürfnisse immer weiter in den Hintergrund rücken.
Unser Nervensystem bleibt dadurch häufig in einem Zustand erhöhter Wachsamkeit. Der Körper schüttet Stresshormone aus, die Atmung wird flacher und die Gedanken kreisen unaufhörlich.
Mit der Zeit entsteht das Gefühl:
„Ich muss alles alleine schaffen."
Doch genau hier setzt die Meditation an.
Sie erinnert dich daran, dass du getragen wirst. Diese Gewissheit hat nichts mit einem perfekten Leben zu tun. Sie kommt daher, dass du Teil von etwas Größerem bist als deinem Alltag.
Warum Natur unser Nervensystem beruhigt
Du trittst aus der Haustür, der Asphalt strahlt noch die Hitze des Tages ab. Fünf Minuten später stehst du unter Bäumen, hörst das Rascheln der Blätter über dir, riechst feuchte Erde. Deine Schultern sinken, ohne dass du es bewusst steuerst.
Selbst wenn wir uns die Natur nur vorstellen, reagiert unser Gehirn erstaunlich ähnlich wie bei einem echten Naturerlebnis.
Schließ für einen Moment die Augen. Unter deinen Füßen wird der Boden weich, du spürst Gras zwischen den Zehen. Über dir rauscht ein alter Baum im Wind, seine Blätter werfen wechselndes Licht auf deine geschlossenen Lider.
Die Wiese.
Der Wald.
Der alte Baum.
Sie alle stehen symbolisch für Stabilität, Wachstum und Verbundenheit.
Der Baum als Symbol deiner inneren Stärke
In der keltischen, der japanischen und der indigenen Tradition Nordamerikas gilt der Baum seit Jahrhunderten als Sinnbild für das Leben.
Er erlebt Stürme, Trockenheit, Regen. Und wächst trotzdem weiter, Jahr für Jahr. Sein Leben ist nie einfach gewesen. Aber seine Wurzeln reichen tief genug, um ihn zu halten.
Auch wir tragen solche Wurzeln in uns, auch wenn wir sie im Alltag oft vergessen. Die Meditation lädt dich ein, dich wieder mit dieser Kraft zu verbinden. Dafür brauchst du keine Leistung. Nur ein paar stille Minuten.
Erdung – mehr als barfuß laufen
Erdung wird häufig mit dem Kontakt zur Erde verbunden.
Doch Erdung ist vor allem ein innerer Zustand.
Sie bedeutet:
präsent sein, den eigenen Körper spüren, den Atem wahrnehmen, sich sicher fühlen.
In der Meditation wachsen feine Wurzeln aus deinen Füßen tief in die Erde. Viele meiner Klientinnen berichten danach, dass ihr Atem ruhiger wird und ihre Gedanken sich weniger im Kreis drehen.
Es erinnert daran, dass wir getragen werden, auch dann, wenn wir uns gerade verloren fühlen.
Loslassen beginnt mit Vertrauen
Du kennst wahrscheinlich das Gefühl, abends im Bett zu liegen und dieselbe Sorge zum zehnten Mal durchzukauen. Loslassen zu wollen und es einfach nicht zu schaffen.
Doch Loslassen funktioniert selten über den Verstand.
Unser Körper lässt erst dann wirklich los, wenn er Sicherheit erlebt.
Du atmest aus, lang und langsam, und mit dem letzten bisschen Luft löst sich ein Blatt von einem Ast über dir. Es dreht sich einmal, zweimal, und trägt eine deiner Sorgen mit sich davon. Du atmest wieder ein. Ein neues Blatt wartet schon.
Was du loslässt, verschwindet nicht einfach. Die Erde nimmt es auf, so wie sie im Herbst jedes Blatt aufnimmt, und macht im Frühling neue Erde daraus.
Die Natur zeigt uns jeden Tag:
Alles ist im Wandel.
Und genau deshalb dürfen auch wir loslassen.
Das Licht in deinem Herzen
Im letzten Teil der Meditation erscheint eine kleine Flamme in deinem Herzen.
Diese Flamme ist klein, eher wie eine Kerze im Wind, die manchmal flackert, aber nie ganz erlischt. Genau das trägst du in dir. An manchen Tagen fast unsichtbar, unter Sorgen begraben. Und trotzdem: Sie brennt weiter.
Manchmal wird dieses Licht von Sorgen verdeckt.
Doch es verschwindet nie.
Mit jedem bewussten Atemzug kannst du den Zugang zu diesem inneren Licht wiederfinden.
Eine Übung für deinen Alltag
Wenn du dich gestresst oder überfordert fühlst, halte für einen Moment inne.
Lege beide Füße bewusst auf den Boden.
Atme vier Sekunden durch die Nase ein.
Atme sechs Sekunden langsam aus.
Stell dir vor, aus deinen Füßen wachsen Wurzeln in die Erde.
Und sage innerlich:
„Ich bin getragen."
„Ich bin sicher."
„Ich vertraue meinem Leben."
Schon wenige Atemzüge können deinem Nervensystem helfen, wieder in einen Zustand von Ruhe und Sicherheit zurückzufinden.
Wahre Stärke wächst still
Unsere Gesellschaft verbindet Stärke oft mit Leistung, Kontrolle und Durchhaltevermögen.
Doch wahre Stärke sieht häufig ganz anders aus.
Sie zeigt sich darin,
sich selbst Pausen zu erlauben, Gefühle wahrzunehmen, Hilfe anzunehmen, sich mit der eigenen inneren Wahrheit zu verbinden.
Genau daran erinnert dich der alte Baum in dieser Meditation.
Er muss niemandem beweisen, wie stark er ist.
Er wächst einfach.
Tag für Tag.
Jahr für Jahr.
Still.
Verwurzelt.
Verbunden.
Du kennst wahrscheinlich jemanden, der seit Jahren durchhält, ohne einmal zu fragen, wie es ihm eigentlich geht. Vielleicht bist du das selbst.
Vielleicht darf auch deine Stärke in Zukunft etwas leiser werden.
Etwas sanfter.
Und gleichzeitig tiefer.
Denn genau dort, in der Verbindung zu dir selbst, liegt das Urvertrauen, nach dem wir oft so lange suchen.
Wenn das Leben wieder laut wird, erinnere dich an den Baum.
An deine Wurzeln.
Und daran, dass alles, was du wirklich brauchst, bereits in dir angelegt ist.
Smile & Breathe
Deine Natalie
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