Natalie Klug Safe Within Meditatoin - Ich bleibe bei mir

Lesedauer: ca. 12 Minuten

Vielleicht kennst du diese Momente. Du weißt eigentlich ganz genau, was du möchtest – und sagst trotzdem Ja. Du spürst, dass dir etwas zu viel wird – und machst trotzdem weiter. Du möchtest eine Grenze setzen – und hast im nächsten Moment Angst davor, jemanden zu enttäuschen. Oder du merkst, dass jemand anders distanzierter ist als sonst, und sofort beginnt dein Kopf zu arbeiten:

Habe ich etwas falsch gemacht?

War ich zu viel?

Hätte ich anders reagieren sollen?

Ist die andere Person sauer auf mich?

Und plötzlich bist du nicht mehr bei dir.

Du bist bei den Erwartungen der anderen. Bei ihren Reaktionen. Bei ihren Bedürfnissen. Bei der Frage, wie du sein solltest, damit alles wieder in Ordnung ist. 

Genau hier beginnt für mich ein wichtiger Teil von Selbstwert:

Bei dir zu bleiben – auch dann, wenn es im Außen unbequem wird.

Meine Meditation „Safe Within – Ich bleibe bei mir“ ist deshalb keine Meditation, die dir einfach nur sagen möchte, dass du wertvoll bist. Sie ist eine Einladung, wieder eine Verbindung zu dir selbst aufzubauen. Zu deinem Körper. Zu deinen Bedürfnissen. Zu deinen Grenzen.

Und zu dem Gefühl:

Ich muss mich nicht selbst verlassen, damit andere bei mir bleiben.

Safe Within Meditation-

Ich bleibe bei mir

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Was bedeutet „Safe Within“?

„Safe Within“ können wir sinngemäß mit „in dir selbst geborgen“ oder „Sicherheit in dir“ übersetzen. Und genau dieses Gefühl finde ich beim Thema Selbstwert so wichtig. Denn wenn wir über Selbstwert sprechen, denken wir häufig zuerst an Selbstbewusstsein.

Wir denken an Menschen, die souverän auftreten, ihre Meinung sagen, Grenzen setzen und genau wissen, was sie wollen. Aber Selbstwert kann viel leiser sein.

Selbstwert kann bedeuten:

  • Ich darf müde sein.
  • Ich darf etwas nicht schaffen.
  • Ich darf Hilfe brauchen.
  • Ich darf Nein sagen.
  • Ich darf anderer Meinung sein.
  • Ich darf einen Fehler machen.
  • Ich darf jemanden enttäuschen.
  • Und ich bin deshalb nicht weniger wertvoll.

Innerer Selbstwert zeigt sich nicht nur darin, wie selbstbewusst du nach außen wirkst. Er zeigt sich auch darin, wie du mit dir umgehst, wenn es schwierig wird.

Warum fällt es uns so schwer, bei uns zu bleiben?

Wir Menschen sind soziale Wesen.

Verbindung, Zugehörigkeit und Bindung spielen für uns eine wichtige Rolle. Deshalb reagieren wir nicht nur auf körperliche Gefahren, sondern können auch soziale Situationen als belastend erleben. Ablehnung. Kritik. Konflikte. Das Gefühl, nicht dazuzugehören. Oder die Vorstellung, jemanden enttäuscht zu haben.

Vielleicht hast du im Laufe deines Lebens Strategien entwickelt, mit solchen Situationen umzugehen. Du bist besonders hilfsbereit. Du funktionierst. Du versuchst, Konflikte zu vermeiden. Du kümmerst dich zuerst um alle anderen. Du übernimmst Verantwortung. Du sagst Ja. Du passt dich an. Und irgendwann fühlt sich dieses Verhalten vielleicht gar nicht mehr wie eine Strategie an. Es fühlt sich an wie deine Persönlichkeit.

„Ich bin eben so.“

Doch manchmal lohnt es sich, genauer hinzusehen:

Bin ich wirklich gerne für alle da? Oder habe ich Angst davor, was passiert, wenn ich es einmal nicht bin?

Bin ich wirklich so unkompliziert? Oder fällt es mir schwer, meine Bedürfnisse auszusprechen?

Möchte ich wirklich Ja sagen? Oder fühlt sich ein Nein zu gefährlich an?

Diese Fragen können unangenehm sein. Aber sie können gleichzeitig eine Tür öffnen.

Selbstwert und People Pleasing

Gerade beim sogenannten People Pleasing wird diese Verbindung deutlich. People Pleasing bedeutet nicht einfach, freundlich oder hilfsbereit zu sein. Es geht vielmehr darum, die eigenen Bedürfnisse immer wieder zurückzustellen, um Harmonie, Anerkennung oder Zugehörigkeit zu erhalten.

Vielleicht sagst du: „Kein Problem.“ Obwohl es ein Problem für dich ist.

Vielleicht sagst du: „Mach dir keine Gedanken.“ Obwohl du verletzt bist.

Vielleicht übernimmst du noch eine Aufgabe. Obwohl du längst erschöpft bist.

Vielleicht entschuldigst du dich sogar dafür, dass du eine Grenze setzt. Und jedes Mal sendest du dir selbst unbewusst eine kleine Botschaft:

Die Bedürfnisse der anderen sind wichtiger als meine.

Das bedeutet nicht, dass wir von heute auf morgen nur noch an uns denken sollten. Beziehungen brauchen Rücksichtnahme, Empathie und Kompromisse. Aber es gibt einen Unterschied zwischen einem Kompromiss und permanenter Selbstaufgabe.

Die entscheidende Frage lautet:

Kann ich für andere da sein und gleichzeitig bei mir bleiben?

Selbstwert stärken bedeutet nicht, egoistischer zu werden

Eine Sorge begegnet mir beim Thema Grenzen und Selbstwert immer wieder: „Aber werde ich dann nicht egoistisch?“

Gesunder Selbstwert bedeutet nicht: Ich bin wichtiger als alle anderen.

Er bedeutet: Ich bin genauso wichtig wie alle anderen.

Das verändert etwas. Denn dann dürfen die Bedürfnisse anderer Menschen existieren – und deine ebenfalls. Du kannst verständnisvoll sein und trotzdem Nein sagen. Du kannst jemanden lieben und trotzdem eine Grenze setzen. Du kannst mitfühlend sein und trotzdem eine andere Entscheidung treffen. Und du kannst jemanden enttäuschen, ohne deshalb ein schlechter Mensch zu sein.

Warum Selbstwert nicht nur im Kopf entsteht

Vielleicht hast du schon viele Bücher über Selbstliebe gelesen. Vielleicht kennst du Affirmationen wie:

„Ich bin genug.“ „Ich bin wertvoll.“ „Ich liebe mich so, wie ich bin.“

Und vielleicht denkst du: Ich weiß das doch alles.

Aber dann entsteht ein Konflikt. Jemand kritisiert dich. Du möchtest Nein sagen. Du bekommst keine Antwort auf eine Nachricht. Und plötzlich ist dieses ganze Wissen verschwunden. Dein Herz schlägt schneller. Du wirst unruhig. Du möchtest die Situation sofort klären. Du erklärst dich. Oder du gibst nach.

Genau deshalb finde ich die Verbindung zwischen Selbstwert und Körperwahrnehmung so spannend. Es reicht manchmal nicht, einen neuen Satz zu denken. Wir dürfen beobachten, was passiert, wenn wir versuchen, diesen Satz tatsächlich zu leben.

Wie fühlt sich ein Nein in deinem Körper an? Wie fühlt es sich an, nicht sofort auf eine Nachricht zu reagieren? Was passiert, wenn jemand enttäuscht von dir ist? Kannst du dieses unangenehme Gefühl einen Moment wahrnehmen, ohne sofort etwas tun zu müssen?

Hier kann Meditation einen wertvollen Raum schaffen. Nicht, weil eine Meditation alle alten Muster verschwinden lässt. Sondern weil du üben kannst, wieder wahrzunehmen:

Was passiert eigentlich gerade in mir?

Selbstwert Meditation: vom Denken ins Spüren

Genau dafür habe ich die geführte Selbstwert Meditation „Safe Within – Ich bleibe bei mir“ aufgenommen. In dieser Meditation musst du nichts erreichen. Du musst dich nicht verbessern. Du musst nicht einmal besonders gut entspannen können. Du darfst einfach da sein. Wir beginnen damit, den Körper und den Atem wahrzunehmen. Anschließend darfst du symbolisch all die Rollen ablegen, die du jeden Tag trägst.

Mutter. Partnerin. Kollegin. Tochter. Freundin. Selbstständige. Die Starke. Die Organisatorin. Diejenige, die alles im Blick hat.Nicht, weil diese Rollen falsch sind. Sondern um dich für einen Moment an die Person darunter zu erinnern:

Dich.

Wer bist du, wenn gerade niemand etwas von dir braucht? Wer bist du, wenn du nichts beweisen musst? Wer bist du, wenn niemand deine Leistung bewertet? Diese Fragen musst du nicht mit deinem Verstand beantworten. Du darfst sie einfach wirken lassen.

„Ich bleibe bei mir“ – ein anderes Verständnis von Selbstliebe

Einer der zentralen Sätze meiner Meditation lautet:

„Ich werde mich nicht mehr verlassen, nur damit andere bleiben.“

Vielleicht berührt dich dieser Satz. Denn sich selbst zu verlassen geschieht selten in einem großen Moment. Es passiert häufig ganz leise. Du möchtest Nein sagen – und sagst Ja. Du brauchst Ruhe – und funktionierst weiter. Du bist verletzt – und sagst „alles gut“. Du möchtest etwas aussprechen – und schweigst. Du kennst deine Grenze – und überschreitest sie selbst. Du weißt, was du möchtest – und entscheidest dich dagegen, weil jemand anderes deine Entscheidung vielleicht nicht verstehen könnte. Jeder einzelne dieser Momente mag klein erscheinen.

Aber wenn sie sich wiederholen, kann irgendwann das Gefühl entstehen, den Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen verloren zu haben. Deshalb gefällt mir der Satz „Ich bleibe bei mir“ so sehr. Er verlangt keine Perfektion.

Er bedeutet nicht:

  • Ich zweifle nie wieder. 
  • Ich lasse mich nie wieder verunsichern.
  • Ich brauche niemanden.

Sondern:

  • Auch wenn ich zweifle, verlasse ich mich nicht.
  • Auch wenn ich Angst habe, bleibe ich bei mir.
  • Auch wenn jemand mich nicht versteht, bleibe ich bei mir.
  • Auch wenn ich einen Fehler mache, bleibe ich bei mir.
  • Auch wenn jemand enttäuscht von mir ist, bleibe ich bei mir.

Das ist eine ganz andere Form von Selbstliebe.

Innere Sicherheit bedeutet nicht, immer ruhig zu sein

Auch das ist mir wichtig. Innere Sicherheit bedeutet nicht, dass du permanent entspannt bist. Du wirst weiterhin Situationen erleben, die dich aufwühlen. Du wirst vielleicht Angst haben. Wütend sein. Traurig sein. Dich verletzt fühlen. Zweifeln.

Innere Sicherheit kann vielmehr bedeuten, dass du lernst: Ich kann auch in diesen Momenten für mich da sein.

Ich muss unangenehme Gefühle nicht sofort beseitigen. Ich darf sie wahrnehmen. Ich darf atmen. Ich darf meinen Körper spüren. Ich darf mir Zeit geben. Und ich darf Entscheidungen treffen, die zu mir passen – auch wenn mein Gegenüber sie nicht gut findet.

Eine kleine Übung für mehr Selbstwert und innere Sicherheit

Du kannst einen kleinen Teil der Meditation direkt ausprobieren. Setze dich bequem hin und spüre deine Füße auf dem Boden. Wenn es angenehm ist, lege eine Hand auf deinen Brustkorb und die andere auf deinen Bauch. Atme ruhig ein. Und langsam wieder aus. Versuche zunächst nicht, etwas zu verändern.

Nimm nur wahr:

Wie geht es mir gerade wirklich?

Und dann sage innerlich:

Ich muss gerade nichts beweisen.

Atme.

Ich darf Bedürfnisse haben.

Atme.

Ich darf Grenzen haben.

Atme.

Ich darf Nein sagen und trotzdem ein liebevoller Mensch sein.

Atme.

Und schließlich:

Egal, was gerade in mir ist – ich bleibe bei mir.

Bleibe noch einen Moment sitzen. Beobachte, welcher Satz sich angenehm anfühlt. Und bei welchem vielleicht Widerstand entsteht. Auch dieser Widerstand muss nicht weg. Du darfst ihn zunächst einfach kennenlernen.

Du bist wertvoll – auch wenn du nichts leistest

Vielleicht ist das eine der schwierigsten Vorstellungen in unserer leistungsorientierten Welt:

Du bist wertvoll, wenn du nichts leistest.

Nicht erst nach deiner To-do-Liste.

Nicht erst, wenn alle zufrieden mit dir sind.

Nicht erst, wenn du deine Ziele erreicht hast.

Nicht erst, wenn du dich verändert hast.

Jetzt.

Natürlich darfst du wachsen. Du darfst Ziele haben. Du darfst erfolgreich sein. Du darfst dich weiterentwickeln.

Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen:

„Ich muss mich verändern, damit ich endlich gut genug bin.“

und

„Ich darf mich entwickeln, weil ich mich selbst wichtig nehme.“

Das eine entsteht aus Mangel. Das andere kann aus Verbindung entstehen.

Drei Fragen für dein Journal

Vielleicht möchtest du dir nach der Meditation noch ein paar Minuten Zeit zum Schreiben nehmen.

Beantworte intuitiv diese drei Fragen:

Wo verlasse ich mich momentan selbst, um andere Menschen nicht zu enttäuschen?

Was brauche ich gerade wirklich – unabhängig davon, was von mir erwartet wird?

Und:

Wie würde ich heute handeln, wenn ich niemandem meinen Wert beweisen müsste?

Besonders die letzte Frage kann spannend sein. Vielleicht wäre deine Antwort gar keine große Lebensentscheidung. Vielleicht würdest du einfach früher schlafen gehen. Eine Verabredung absagen. Um Hilfe bitten. Das Handy weglegen. Eine Grenze aussprechen. Oder dir eine Stunde nur für dich nehmen. Selbstwert zeigt sich oft nicht in großen Worten. Sondern in kleinen Entscheidungen.

Safe Within – deine Meditation für Selbstwert und innere Sicherheit

Wenn du merkst, dass du deinen Selbstwert nicht nur verstehen, sondern bewusster spüren möchtest, dann lade ich dich herzlich zu meiner Podcast-Meditation

„Safe Within – Ich bleibe bei mir | Meditation für Selbstwert & innere Sicherheit“

ein.

Mach es dir gemütlich. Nimm dir bewusst Zeit. Und schenke dir für diese Minuten einen Raum, in dem niemand etwas von dir braucht. Du musst nichts leisten. Du musst niemandem gefallen. Du musst nichts reparieren. Du darfst einfach da sein. Und vielleicht entsteht mit der Zeit eine neue innere Gewissheit:

Ich muss meinen Wert nicht beweisen.

Ich darf Grenzen haben.

Ich darf mich wichtig nehmen.

Ich darf mich verändern und trotzdem jetzt schon genug sein.

Und vor allem:

Ich verlasse mich nicht mehr selbst, damit andere bei mir bleiben.

Ich bleibe bei mir.

Denn vielleicht ist genau das dein persönliches Safe Within:

Nicht die Garantie, dass im Außen immer alles sicher, harmonisch und vorhersehbar sein wird. Sondern die Erfahrung, dass du dir selbst auch in schwierigen Momenten wieder begegnen kannst. Mit Mitgefühl. Mit Aufmerksamkeit. Mit deinem Atem.

Und mit der Erinnerung: Mein Wert ist nicht verhandelbar.

Smile & breathe

Deine Natalie

Was war dein größtes Learning aus dieser Podcastfolge?

Schreib mir gerne hier unter dem Beitrag, wie dir diese Podcastfolge gefallen hat und was du für dich mitnehmen konntest. 

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