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Vielleicht kennst du diese Momente: Eigentlich ist gar nichts Dramatisches passiert – und trotzdem reagiert etwas in dir, als wäre gerade sehr viel geschehen.
Eine Nachricht bleibt unbeantwortet und du beginnst zu grübeln. Jemand verändert seinen Tonfall und sofort fragst du dich, ob du etwas falsch gemacht hast. Du möchtest Nein sagen, hörst dich aber Ja sagen. Du weißt, dass du dringend eine Pause brauchst, und trotzdem erledigst du noch schnell fünf weitere Dinge. Jemand kritisiert dich und obwohl du rational weißt, dass Kritik nicht bedeutet, dass du als Mensch abgelehnt wirst, zieht sich in dir alles zusammen.
Vielleicht schlägt dein Herz schneller. Dein Brustkorb wird eng. Dein Bauch verkrampft sich. Du wirst unruhig, gereizt oder möchtest dich zurückziehen.
Und dann kommt häufig noch ein zweiter Gedanke hinzu:
Warum reagiere ich eigentlich so?
Die spannende Frage ist jedoch vielleicht eine ganz andere:
Worauf reagiert dein Nervensystem gerade wirklich?
Denn wir reagieren nicht ausschließlich auf das, was heute geschieht. Unser Gehirn und unser Nervensystem greifen auf Erfahrungen, Lernprozesse und Erwartungen zurück, die sich im Laufe unseres Lebens entwickelt haben.
Deine Vergangenheit kann deshalb in deinen heutigen Reaktionen weiterleben.
Das bedeutet jedoch nicht, dass sie deine Zukunft bestimmen muss.
Deine Vergangenheit lebt in deinem Nervensystem – aber sie muss nicht deine Zukunft bestimmen
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Dein Nervensystem hat eine Geschichte
Unser Nervensystem begleitet uns durch jede Sekunde unseres Lebens. Es reguliert unter anderem Herzschlag, Atmung, Verdauung und zahlreiche Prozesse, über die wir nicht bewusst nachdenken müssen.
Ein wichtiger Teil davon ist das autonome Nervensystem mit seinem sympathischen und parasympathischen Anteil.
Sehr vereinfacht gesprochen hilft uns der Sympathikus dabei, Energie für Aktivität und Herausforderung bereitzustellen. Der Parasympathikus ist unter anderem an Erholung, Verdauung und Regeneration beteiligt.
Dabei ist wichtig: Das Ziel eines gesunden Nervensystems ist nicht, permanent entspannt zu sein.
Stress ist nicht grundsätzlich schlecht.
Wir brauchen Aktivierung, um morgens aufzustehen, Sport zu treiben, konzentriert zu arbeiten, Herausforderungen zu meistern oder auf tatsächliche Gefahren zu reagieren.
Entscheidend ist vielmehr Flexibilität.
Kann dein System aktiviert werden und anschließend wieder herunterfahren? Kannst du Anspannung erleben, ohne dauerhaft darin festzustecken? Kannst du dich nach Belastungen wieder sicher und verbunden fühlen?
Unsere bisherigen Erfahrungen können beeinflussen, wie wir Situationen bewerten und welche Reaktionen besonders schnell aktiviert werden.
Das beginnt früh.
Kinder sind auf ihre Bezugspersonen angewiesen. Sie brauchen Schutz, Nahrung, Nähe und Verbindung. Deshalb lernen sie sehr genau, welche Verhaltensweisen in ihrem Umfeld funktionieren.
Vielleicht lernt ein Kind:
Wenn ich unkompliziert bin, bekomme ich Anerkennung.
Oder:
Wenn ich gute Leistungen bringe, werde ich gesehen.
Vielleicht:
Wenn ich meine Gefühle zurückhalte, gibt es weniger Konflikte.
Oder:
Wenn ich mich anpasse, bleibt die Verbindung bestehen.
Kein Kind formuliert diese Strategien bewusst.
Es passt sich an.
Und genau darin liegt ein wichtiger Perspektivwechsel:
Manches Verhalten, das du heute an dir kritisierst, könnte ursprünglich eine sinnvolle Anpassungs- oder Schutzstrategie gewesen sein.
Die Frage lautet deshalb nicht nur:
„Wie werde ich dieses Verhalten endlich los?“
Sondern:
„Was versucht dieses Verhalten für mich zu erreichen oder zu verhindern?“
Warum dein Körper manchmal schneller reagiert als dein Kopf
Wir stellen uns Erinnerungen häufig wie kleine Filme vor, die irgendwo in unserem Gehirn gespeichert sind und die wir bewusst abrufen können.
Doch Lernen und Gedächtnis funktionieren wesentlich komplexer.
Nicht alle früheren Erfahrungen müssen bewusst erinnert werden, damit sie unser heutiges Verhalten beeinflussen.
Unser Gehirn lernt Zusammenhänge.
Bestimmte Situationen, Stimmen, Gesichtsausdrücke, Gerüche oder zwischenmenschliche Dynamiken können mit früheren Erfahrungen verbunden sein.
Deshalb kann es passieren, dass du rational weißt:
„Hier passiert gerade nichts Gefährliches.“
Und dein Körper trotzdem reagiert.
Vielleicht reicht ein bestimmter Tonfall.
Eine Person zieht sich zurück.
Jemand antwortet nicht.
Du hast einen Fehler gemacht.
Du glaubst, jemanden enttäuscht zu haben.
Plötzlich entsteht eine Reaktion, die viel größer erscheint als der aktuelle Auslöser.
Vielleicht reagierst du in diesem Moment nicht ausschließlich auf heute.
Vielleicht reagiert dein System auf:
heute plus gestern.
Das bedeutet nicht, dass jede starke emotionale Reaktion automatisch auf ein Trauma zurückzuführen ist. Menschen sind komplex. Persönlichkeit, aktuelle Belastung, Schlaf, Hormone, körperliche Gesundheit, Beziehungen und viele weitere Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle.
Doch gerade wiederkehrende Muster können eine Einladung sein, genauer hinzuschauen.
People Pleasing, Perfektionismus und Kontrolle als Schutzstrategien
Manche Strategien sind gesellschaftlich sogar ausgesprochen gut angesehen.
Perfektionismus beispielsweise.
Menschen, die sehr perfektionistisch sind, wirken häufig zuverlässig, engagiert und leistungsfähig.
Doch hinter dem Wunsch, alles richtig zu machen, kann manchmal eine tiefere Überzeugung liegen:
Wenn ich keinen Fehler mache, kann mich niemand kritisieren.
Oder:
Wenn ich besonders viel leiste, bin ich wertvoll.
Ähnlich kann es beim People Pleasing sein.
Du spürst sehr schnell, was andere brauchen. Du möchtest niemanden enttäuschen. Du sagst Ja, obwohl dein Körper längst Nein sagt. Du entschuldigst dich schnell und versuchst, Konflikte möglichst sofort aufzulösen.
Dahinter könnte ein gelerntes Muster stehen:
Wenn es allen anderen gut geht, bin ich sicher.
Auch Kontrolle kann eine Schutzfunktion erfüllen.
Wenn Unvorhersehbarkeit in der Vergangenheit belastend war, kann Planbarkeit Sicherheit vermitteln.
Du organisierst, kontrollierst und denkst mehrere Schritte voraus.
Das Problem ist nicht, dass diese Strategien grundsätzlich schlecht wären.
Planung ist hilfreich.
Rücksichtnahme ist wertvoll.
Leistungsbereitschaft kann wunderbar sein.
Schwierig wird es, wenn du nicht mehr frei entscheiden kannst.
Wenn aus:
„Ich möchte helfen.“
ein:
„Ich muss helfen, sonst fühle ich mich schuldig.“
wird.
Oder aus:
„Ich möchte gute Arbeit leisten.“
ein:
„Ich darf keinen Fehler machen.“
Genau hier können wir beginnen, zwischen einer bewussten Entscheidung und einer automatischen Schutzreaktion zu unterscheiden.
Welches Drehbuch hat dein Nervensystem geschrieben?
Stell dir einmal vor, dein Nervensystem hätte im Laufe deines Lebens ein unsichtbares Drehbuch geschrieben.
Darin könnten Sätze stehen wie:
Konflikte sind gefährlich.
Ich darf niemanden enttäuschen.
Ich muss stark sein.
Ich muss alles alleine schaffen.
Ich darf keine Schwäche zeigen.
Wenn ich nichts leiste, bin ich nichts wert.
Die Bedürfnisse anderer sind wichtiger als meine.
Ich muss alles kontrollieren.
Ich darf nicht zu viel sein.
Ich muss mich anpassen, um dazuzugehören.
Vielleicht würdest du einige dieser Sätze niemals bewusst unterschreiben.
Und trotzdem lebst du sie möglicherweise.
Deshalb kannst du dir einmal folgende Fragen stellen:
Was passiert innerlich mit mir, wenn jemand enttäuscht von mir ist?
Was glaube ich über mich, wenn ich einen Fehler mache?
Wie fühlt es sich an, Nein zu sagen?
Was empfinde ich, wenn ich nichts leiste?
Wie geht es mir, wenn ich Kontrolle abgeben muss?
Kann ich Unterstützung annehmen?
Kann ich Bedürfnisse aussprechen, ohne mich dafür zu rechtfertigen?
Beobachte deine Antworten, ohne sie sofort verändern zu wollen.
Es geht zunächst nicht darum, dich zu optimieren.
Es geht darum, dich zu verstehen.
Die Geschichte deines Nervensystems neu schreiben
Hier kommt die vielleicht wichtigste Botschaft dieses Artikels:
Deine Prägungen sind nicht automatisch dein Schicksal.
Unser Gehirn besitzt die Fähigkeit, sich durch Erfahrungen zu verändern. Diese Anpassungsfähigkeit wird als Neuroplastizität bezeichnet.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ein positiver Satz am Morgen sämtliche alten Muster überschreibt.
„Ich bin sicher“ hundertmal zu wiederholen, kann wohltuend sein – aber wenn dein gesamtes System etwas anderes erwartet, braucht Veränderung häufig mehr als Worte.
Dein Nervensystem braucht neue Erfahrungen.
Du setzt eine Grenze – und merkst:
Die Beziehung besteht weiterhin.
Du sagst Nein – und stellst fest:
Ich darf Nein sagen.
Du machst einen Fehler – und erfährst:
Ich werde trotzdem respektiert.
Du ruhst dich aus – und bemerkst:
Mein Wert hängt nicht von meiner Produktivität ab.
Du bittest um Hilfe – und erlebst:
Ich muss nicht alles alleine schaffen.
Ich nenne solche Erfahrungen gerne Mikrobeweise.
Sie erscheinen klein.
Für ein Nervensystem, das jahrelang etwas anderes erwartet hat, können sie jedoch bedeutsam sein.
Schritt 1: Erkenne dein automatisches Muster
Veränderung beginnt mit Wahrnehmung.
Wenn du das nächste Mal merkst, dass du sehr stark reagierst, versuche für einen Moment nicht, diese Reaktion sofort wegzubekommen.
Frage dich:
Was glaube ich gerade?
Vielleicht lautet die Antwort:
„Ich habe etwas falsch gemacht.“
„Ich werde abgelehnt.“
„Ich muss das sofort klären.“
„Ich darf niemanden enttäuschen.“
„Ich verliere die Kontrolle.“
„Ich muss funktionieren.“
Dann frage weiter:
Ist das eine Tatsache – oder eine alte Erwartung?
Allein diese kleine Unterbrechung kann Raum schaffen zwischen Reiz und automatischer Reaktion.
Schritt 2: Unterscheide zwischen damals und heute
Eine weitere hilfreiche Frage lautet:
Was ist heute anders als damals?
Vielleicht konntest du als Kind einen Raum nicht verlassen.
Heute kannst du es.
Vielleicht warst du auf die Zustimmung bestimmter Menschen angewiesen.
Heute kannst du Beziehungen wählen.
Vielleicht konntest du früher keine Grenze setzen.
Heute kannst du lernen, eine zu formulieren.
Vielleicht hattest du keine Möglichkeit, dich selbst zu versorgen.
Heute hast du wesentlich mehr Handlungsspielraum.
Orientiere dich bewusst im gegenwärtigen Moment.
Schau dich um.
Spüre deine Füße auf dem Boden.
Nimm wahr, wo du bist.
Und frage dich:
Was passiert gerade tatsächlich?
Nicht gestern.
Nicht in deiner Vorstellung.
Jetzt.
Schritt 3: Reguliere nicht gegen deine Gefühle
Beim Thema Nervensystem regulieren entsteht schnell der Eindruck, Regulation bedeute, negative Gefühle möglichst schnell loszuwerden.
Doch darum geht es nicht.
Wut muss nicht weggeatmet werden.
Trauer muss nicht sofort transformiert werden.
Angst darf wahrgenommen werden.
Ein flexibles Nervensystem kann unterschiedliche Zustände erleben.
Das Ziel lautet nicht:
„Ich bin immer ruhig.“
Sondern eher:
„Ich kann mich auch in herausfordernden Zuständen begleiten.“
Vielleicht kannst du sagen:
„Ich bin gerade wütend und gleichzeitig bin ich hier.“
Oder:
„Ich spüre Angst und gleichzeitig spüre ich den Boden unter meinen Füßen.“
Das kleine Wort und kann einen Unterschied machen.
Es erweitert deine Erfahrung.
Schritt 4: Sammle jeden Tag neue Mikrobeweise
Neue Muster entstehen selten durch eine einzige große Erkenntnis.
Sie entstehen durch Wiederholung.
Beginne deshalb klein.
Setze eine kleine Grenze.
Bitte einmal um Unterstützung.
Lass eine Aufgabe bis morgen liegen.
Sage deine Meinung, obwohl jemand anderer Meinung sein könnte.
Mach eine Pause, bevor alles erledigt ist.
Beantworte eine Nachricht nicht sofort.
Spüre ein unangenehmes Gefühl, ohne direkt darauf reagieren zu müssen.
Und anschließend halte kurz inne.
Denn unser Gehirn registriert negative Erfahrungen häufig sehr schnell, während positive oder korrigierende Erfahrungen leicht übersehen werden.
Sage deshalb bewusst:
„Das war neu.“
Vielleicht hast du heute Nein gesagt und wurdest trotzdem gemocht.
Bleib einen Moment bei dieser Erfahrung.
So kann aus einem kleinen Moment langsam ein neues inneres Wissen entstehen.
Schritt 5: Nutze Verbindung als Ressource
Nervensystemregulation geschieht nicht nur alleine.
Menschen sind soziale Wesen.
Eine vertraute Stimme, ein freundlicher Gesichtsausdruck, eine Umarmung oder ein ehrliches Gespräch können uns dabei unterstützen, uns sicherer zu fühlen.
Man spricht in diesem Zusammenhang häufig von Co-Regulation.
Deshalb darf die Frage auch lauten:
Bei welchen Menschen kann ich wirklich ich selbst sein?
Bei wem musst du nichts beweisen?
Wer respektiert dein Nein?
Wer lässt dir Raum?
Wer hört zu, ohne sofort zu bewerten?
Vielleicht besteht ein Teil deiner neuen Nervensystem-Geschichte auch darin, Beziehungen anders auszuwählen.
Nicht mehr:
„Wie muss ich sein, damit du mich magst?“
Sondern:
„Kann ich in deiner Nähe ich selbst bleiben?“
Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Breathwork: Wenn Veränderung nicht nur gedacht, sondern gespürt werden darf
Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt:
Ich verstehe viele meiner Muster längst – aber mein Körper reagiert trotzdem.
Genau hier können körperorientierte Methoden eine wertvolle Ergänzung sein.
Eine Möglichkeit ist Breathwork.
Unser Atem besitzt eine besondere Stellung: Er läuft automatisch ab und kann gleichzeitig bewusst beeinflusst werden. Atemübungen können – abhängig von Technik, Intensität und individueller Situation – unterschiedliche körperliche und emotionale Zustände unterstützen.
Dabei ist Breathwork nicht einfach gleichbedeutend mit „möglichst tief atmen“.
Unterschiedliche Atemtechniken haben unterschiedliche Ziele. Manche sind beruhigend und regulierend ausgerichtet, andere aktivierender oder intensiver.
Für mich liegt ein wichtiger Wert von Breathwork darin, wieder stärker vom Denken ins Wahrnehmen zu kommen.
Wie fühlt sich mein Körper gerade an?
Wo halte ich fest?
Was brauche ich?
Kann ich bei einer Empfindung bleiben, ohne sie sofort bewerten zu müssen?
Kann ich mich selbst spüren, ohne etwas leisten zu müssen?
Gerade wenn du gewohnt bist, sehr viel zu analysieren und zu funktionieren, kann diese körperliche Ebene eine neue Erfahrung eröffnen.
Deine neue Geschichte darf im Körper beginnen
In meinen Breathwork Sessions und Breathwork Reisen geht es deshalb nicht darum, dich zu einem bestimmten Gefühl zu zwingen.
Es geht um einen Raum, in dem du dir selbst begegnen kannst.
Einen Raum außerhalb des ständigen Funktionierens.
Einen Raum zum Atmen, Spüren und Wahrnehmen.
Vielleicht hast du deine Geschichte schon oft erzählt.
Vielleicht weißt du längst, warum du bestimmte Dinge tust.
Vielleicht hast du verstanden, warum du dich anpasst, warum du kontrollierst oder warum es dir schwerfällt, wirklich loszulassen.
Und trotzdem hält dein Körper noch an etwas fest.
Dann darf der nächste Schritt möglicherweise weniger Denken und mehr Spüren beinhalten.
Wenn du diese Erfahrung machen möchtest, findest du auf meiner Website weitere Informationen zu meinen Breathwork Sessions und Breathwork Reisen.
Du musst deine Vergangenheit nicht löschen
Vielleicht ist das einer der wichtigsten Gedanken:
Heilung bedeutet nicht, dass deine Vergangenheit verschwinden muss.
Es geht nicht darum, einen Teil deiner Geschichte auszulöschen.
Und es geht auch nicht darum, nie wieder getriggert, traurig, ängstlich oder gestresst zu sein.
Vielleicht bedeutet Veränderung vielmehr:
Du bemerkst früher, was passiert.
Du verstehst dich besser.
Du kannst innehalten.
Du besitzt mehr Wahlmöglichkeiten.
Ein alter Trigger taucht auf – aber du musst nicht mehr automatisch die alte Geschichte zu Ende spielen.
Aus:
„Ich muss es allen recht machen.“
wird:
„Ich darf andere enttäuschen, ohne mich selbst zu verlassen.“
Aus:
„Ich muss stark sein.“
wird:
„Ich darf stark sein und trotzdem Unterstützung brauchen.“
Aus:
„Ich muss alles kontrollieren.“
wird:
„Ich kann lernen, Unsicherheit auszuhalten.“
Aus:
„Ich bin wertvoll, wenn ich leiste.“
wird:
„Mein Wert muss nicht verdient werden.“
Und aus:
„Ich muss mich anpassen, damit Menschen bleiben.“
kann irgendwann werden:
„Ich möchte nicht mehr dazugehören, indem ich mich selbst verlasse.“
Welches Kapitel möchtest du als Nächstes schreiben?
Deine Vergangenheit hat dich geprägt.
Deine Beziehungen haben dich geprägt.
Deine Erfahrungen haben dich geprägt.
Vielleicht haben sie auch dein Nervensystem geprägt.
Doch geprägt zu sein bedeutet nicht, für immer festgelegt zu sein.
Du kannst heute neue Erfahrungen machen.
Du kannst lernen, Grenzen zu setzen.
Du kannst Verbindung anders erleben.
Du kannst Ruhe neu kennenlernen.
Du kannst deinen Körper wieder bewusster wahrnehmen.
Und du kannst beginnen, deine automatischen Reaktionen mit mehr Neugier und weniger Selbstkritik zu betrachten.
Vielleicht verändert sich deine Geschichte nicht mit einem einzigen großen Moment.
Vielleicht beginnt sie viel unspektakulärer.
Mit einem Nein.
Mit einer Pause.
Mit einer Grenze.
Mit einem tiefen Moment von Verbindung.
Mit der Entscheidung, heute nicht wieder über deine eigenen Bedürfnisse hinwegzugehen.
Oder einfach mit einem Atemzug, in dem du bemerkst:
Ich bin hier.
Das war damals.
Das ist heute.
Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem ein neues Kapitel beginnt.
Deine Vergangenheit darf Teil deiner Geschichte bleiben. Aber sie muss nicht die Autorin deiner Zukunft sein.
Smile & Breathe
Deine Natalie
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